Theo Quinter, Nachruf

Die FDP trauert um Theo Quinter, den ehemaligen Gemeindepräsidenten von Geroldswil

Am 17. Januar 1928 wurde Theo Quinter als Sohn von Josef und Pia Quinter-Schröter in Wattwil (Kanton St. Gallen) geboren. Er wuchs als Erstgeborener mit seinen 4 Geschwistern Roman, Renate, Jörg und Hans auf. Theo’s Vater war Bankangestellter und streng mit seinen 5 Kindern. Seine Grosseltern führten eine Metzgerei in Wattwil. In einem Lehrbetrieb im Berner Seeland erlernte er gründlich den Beruf eines Metzgers. Nebst dem Schlachten und Wursten musste die Ware aber auch verkauft werden. Theo merkte bald, dass er auch ein guter Verkäufer war, was seinem Lehrmeister nicht verborgen blieb.

Als Theo seine zukünftige Ehefrau Claire kennenlernte, arbeitete er in der Metzgerei Bächtold in Oerlikon. Am 14. Januar 1949 folgte die Heirat. Nach der Geburt seiner beiden Söhne Hans-Peter und Georges reiste Theo Quinter mit einem Berufskollegen nach Brasilien um einen Metzgereibetrieb aufzubauen, was allerdings missglückte.

Nach seiner Rückkehr kam er in Kontakt mit dem Darmhandel, der ihn inskünftig erfolgreich beschäftigte. Auch in dieser Hinsicht machte Theo Quinter keine halben Sachen. In der Zwischenzeit wuchs auch die Familie weiter: 1960 folgte Tochter Isabelle.

Die junge Familie zog am 1. September 1960 nach Geroldswil. Hier hat er sich mit seiner Familie sehr schnell integriert, bereits 1962 wurde er in den Gemeinderat gewählt und mit seiner Omnipräsenz war es fast selbstverständlich, dass er bereits 1963 als Gemeindepräsident von Geroldswil gewählt wurde. Mit seinen vielen Ideen suchte er einen Gemeindeschreiber, der ihm in den kommenden, herausfordernden Jahren eine grosse Stütze sein sollte. Urs Hänggi kam von Bern und nahm die Stelle des Gemeindeschreibers an. Er war für Theo Quinter die massgebende Unterstützung  für die vielen, neuen Herausforderungen.

Der Wendepunkt: Geroldswil wandelt sich vom Bauerndorf zur Agglomerationsgemeinde. Für die Bewältigung der Zukunftsaufgaben übernehmen Zugezogene die Mehrheit im Gemeinderat. Derselbe wird gleichzeitig von fünf auf sieben Mitglieder erhöht. Die Gemeinde- und Bauordnung sowie sämtliche Reglemente werden der neuen Zeitperiode angepasst. Die letzten Reben verschwinden aus dem Dorfbild, so dass Geroldswil aus dem kantonalen Rebkataster gestrichen wird.

1967 lancierte die Gemeinde einen Ideenwettbewerb für ein grosszügiges Gemeindehaus/Mehrzweckgebäude mit Restaurant, Laden und Kiosk sowie den zentralen Dorfplatz mit Unterniveaugarage. Die Fertigstellung und der Einzug der Verwaltung erfolgte 1972. Im gleichen Jahr, am 3. September 1972,  konnten auch die St. Johanneskirche und die Post eingeweiht werden.

Bei knapp 3000 Einwohnern wurde 1972 zudem der grösste je beantragte Kredit von 15 Millionen Franken für Hotel, Restaurant, Saal, Hallenbad, (Alters-) Wohnungen und Bankfiliale genehmigt. Dies war der Startschuss für eine über Strassen, Wasserleitungen, Fernsehkabel etc. hinausgehende Infrastruktur, welche breite Bedürfnisse einer Wohngemeinde abdeckt.

1974 konnte das Primarschulhaus Huebwies eingeweiht werden.

1975 folgte schliesslich die Einweihung der fertig gestellten Zentrumsbauten der Gemeinde mit einem grossen Dorffest. Im gleichen Jahr wurde in der Fahrweid die Poststelle 8951 eröffnet.

1977 wurde die Reformierte Kirche und auch die in deren Räumlichkeiten untergebrachte öffentliche Schul- und Gemeindebibliothek eingeweiht.

Für diesen umfangreichen Umbau der Gemeinde Geroldswil von einem Bauerndorf zu einer Agglomerationsgemeinde zeichnete hauptsächlich Theo Quinter verantwortlich.

Mit einem Landerwerb im Industriegebiet im Jahr 1982, konnte die Gemeinde ab 1983 die Ansiedlung von kleinen und mittleren Betrieben fördern.

Sein grosses Engagement für die Gemeinde zeigte aber auch noch eine andere Wirkung: am 22. September 1983 wurde Theo Quinter zum Ehrenbürger von Geroldswil ernannt.

1986 kandidiert er nicht mehr für den Gemeinderat und trat als Gemeindepräsident zurück.

Theo Quinter sass als FDP-Mitglied vom 30. April 1979 bis 7. Mai 1995 im Zürcher Kantonsrat.

Während seiner politisch aktiven Zeit hat sich aber auch seine Familie erweitert. So darf er sich über 4 Enkel und 2 Urenkel freuen.

Auch viel Freude hatte Theo zeitlebens an der Musik. Er spielte Klavier und mit drei Kollegen aus dem Kantonsrat traten sie als Quartett auf. Sie musizierten in Altersheimen oder bei besonderen Anlässen.

Am 30. September 2019 starb Theo Quinter’s Gattin Claire.

Danach lebte Theo allein in seinem Eigenheim, das er altershalber erst im Februar dieses Jahres aufgab und ins Haus Tabea in Horgen, in die Nähe seines Sohnes Georges, umzog. Dort verstarb er am 11. April 2026.

Paul Studer

Vize-Präsident FDP Oetwil-Geroldswil